Die aktuelle Studienlage belegt die Stoßwellentherapie (ESWT) als wirksames, nicht-invasives Verfahren. Besonders gut untersucht bei Kalkschulter, Achillessehnenreizung, Fersensporn, Sehnenbeschwerden an Hüfte und Becken sowie zunehmend bei Arthrose und Knochenheilung. Wir fassen die wichtigsten Arbeiten chronologisch zusammen inkl. Quelle und Link.
Ausgewählt und fachlich eingeordnet von OA Dr. Shady El Marto. Wir verlinken jede Quelle transparent, damit Sie die Originalarbeiten selbst nachlesen können.
Chronologie: aktuelle Studien & Fachartikel
· Übersichtsarbeit
Stoßwellentherapie in der Handchirurgie
Neue Übersichtsarbeit in „Die Orthopädie" (Springer, 2026): Sowohl radiale als auch fokussierte Stoßwellen können bei Hand-Sehnenbeschwerden helfen – etwa bei schnellendem Finger und De-Quervain-Tendinopathie; bei der Lunatumnekrose (Morbus Kienböck) verbesserte fokussierte hochenergetische Stoßwelle Schmerz und MRT-Befund. Ein Beleg dafür, wie breit das Einsatzspektrum wird.
Eine Untersuchung zur Kombination aus Stoßwelle und Nahrungsergänzung bei Sehnenbeschwerden an Schulter, Ellenbogen und Achillessehne zeigte bessere Funktions- und Schmerzwerte in der Kombinationsgruppe. Das passt zu unserem Ansatz: Stoßwelle wirkt am besten eingebettet in ein Gesamtkonzept aus Training und begleitenden Maßnahmen.
Eine systematische Übersichtsarbeit (2025) fasste die Evidenz zur extrakorporalen Stoßwellentherapie (ESWT) bei Sehnenbeschwerden im Bereich von Hüfte und Becken zusammen – darunter die proximale Hamstring-Tendinopathie, die Gluteal-Tendinopathie (Trochanter-Schmerzsyndrom) und die kalzifizierende Tendinopathie. Die ESWT wird darin als nicht-invasive Behandlungsoption mit gutem Sicherheitsprofil beschrieben.
Ein Literatur-Update des Berufsverbands für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU) fasste die Evidenz zur Stoßwelle bei Fuß-Beschwerden wie Fersensporn und Achillodynie zusammen. Fazit: differenziertes Bild – überzeugend bei bestimmten Sehnenansatz-Reizungen, zurückhaltender bei anderen. Genau deshalb prüfen wir die Eignung individuell.
Metaanalyse: Stoßwelle bei Plantarfasziitis vergleichbar mit anderen Verfahren
Eine systematische Übersichtsarbeit mit Metaanalyse (16 Studien, 1.121 Patientinnen und Patienten) kam zu dem Schluss, dass die Stoßwelle bei Plantarfasziitis vergleichbare Ergebnisse zu anderen Behandlungsmethoden erzielt. Sie ist damit eine seriöse Option unter mehreren – die Auswahl hängt vom Einzelfall ab.
Die extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT) kann die Heilung insbesondere am Knochen – aber nicht nur dort – beschleunigen. Die akustischen Wellen werden über Mechanotransduktion in eine Gewebeantwort übersetzt: Neben der Aktivierung von Stammzellen wirken sie auf die Ausschüttung von Exosomen und modulieren Entzündungsprozesse und Wachstumsfaktoren. Das erklärt die positiven Effekte bei verzögerter Knochenheilung, Pseudarthrosen sowie Stressreaktionen und Stressfrakturen. Kombinationstherapien mit oszillierenden Magnetfeldern (pulsierende Magnetfeldtherapie [PEMF] und extrakorporale Magnetotransduktionstherapie [EMTT]) sowie orthobiologischen Injektionen könnten diese Effekte künftig zusätzlich verstärken.
Die Arthrose (Osteoarthrose) ist die häufigste degenerative Gelenkerkrankung und geht mit chronischen Schmerzen und eingeschränkter Gelenkbeweglichkeit einher. Zunehmende klinische und experimentelle Evidenz zeigt, dass die extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT) in der Arthrosebehandlung von Nutzen ist: Sie kann sich günstig auf Knorpel und den darunterliegenden Knochen auswirken und lindert die typischen Beschwerden wie chronischen Schmerz und eingeschränkte Gelenkaktivität.
Die Stoßwellentherapie bei plantaren Fersenschmerzen wird als „tendenziell positiv" bewertet. Eine befriedigende Studienlage belegt, dass die hochenergetische fokussierte und die radiale Stoßwellentherapie einer Scheinbehandlung überlegen sind und einer deutlichen Anzahl von Patientinnen und Patienten einen Nutzen bringen. Unerwünschte Ereignisse sind zwar belegt, aber gering. In der Zusammenschau überwiegt der Nutzen den geringen Schaden – die ESWT beim Fersenschmerz mit und ohne Fersensporn wird daher „tendenziell positiv" eingestuft.
Frozen Shoulder: schonende Verfahren beschleunigen die Heilung
Die „Frozen Shoulder" (Schultersteife) gilt aufgrund ihres Einflusses auf die Lebensqualität und der langen Krankheitsdauer als besonders bedeutsam. Umso wichtiger sind nicht-invasive und sichere Verfahren, die den Heilungsprozess der Erkrankung beschleunigen können – ein Feld, in dem die Stoßwellentherapie eine wertvolle Rolle spielt.
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